Jamal

Zu den Nenzen, den Rentiernomaden am Polarkreis

Ganze 6 Monate verschwindet der äußerste Norden Russlands unter einer Schneedecke und der sibirische Winter hält das Thermometer fast permanent im zweistelligen Minusbereich. In der unendlichen weißen Weite der Region Jamal leben schon seit über 1000 Jahren die Nenzen, ein Nomadenvolk mit einer dem Finnischen ähnlichen Sprache und Rentierhautzelten als Wohnstätte.


Die Nenzen und die Rentiere

Mensch und Tier sind hier im hohen Norden Westsibiriens eine Symbiose eingegangen, die beiden hilft, zu überleben. Die Rentiere liefern den Nenzen Nahrung sowie Kleidung und dienen ihnen als Transportmittel. Dafür respektieren die Hirten den Bewegungsdrang ihrer Tiere und ziehen mit ihnen bis zu 1000 km im Jahr von Weidegrund zu Weidegrund. Während die Tiere im Sommer nur etwa vier bis fünf Tage am selben Ort verweilen, beschränkt sich der Wechsel im Winter auf zweimal im Monat. Mit ihren scharfen Hufen graben sich die Tiere durch Schnee und Eis und gelangen so an ihr Futter.

Bei den Rentiernomaden zu Gast

Vier Tage teilen die Nenzen ihre Wohnstätte mit uns und gewähren uns Einblick in den Alltag in der russischen Arktis. Unser Zuhause auf Zeit ist ein Rentierhautzelt (Chum) mit Schlafplätzen für uns und die Nenzen-Familie. Während dieser Tage folgt der Ablauf keinem starren Reiseprogramm – die Natur und die Nenzen bestimmen den Rhythmus der Tage. Wir machen uns mit den Rentieren vertraut oder helfen bei alltäglichen Arbeiten wie Holz sammeln, Eisblöcke schlagen oder Nähen.

Komm mit auf diese Tour und lerne die Gastfreundschaft der Nomaden kennen!

Die 10 Erlebnistage

Tag 1: Abflug Richtung Moskau

Kurz vor Mitternacht startet unser Flieger in Deutschland (A und CH auf Anfrage) und in den frühen Morgenstunden landen wir in Moskau-Sheremetyewo und wechseln in die Maschine nach Salekhard.

Ü: Flugzeug

Tag 2: Ankunft in Salekhard, der Stadt am nördlichen Polarkreis

Gegen Mittag (Ortszeit) landet unser Flieger in Salekhard. Abholung am Flughafen und Transfer Richtung Stadt. Der Flughafen Salekhards befindet sich bereits jenseits des nördlichen Polarkreises. Nach nur wenigen Minuten Fahrt erreichen wir das beeindruckende Monument, welches für den 66. Grad nördlicher Breite errichtet wurde und überschreiten einmal selbst diese magische Grenze. Nach dem Checkin ins Hotel erkunden wir Salekhard bei einer ersten kurzen Stadtführung. Die Stadt am Ob ist gerade mal knapp 430 Jahre jung und wurde als nördlichste Festung Sibiriens von den Kosaken gegründet. Wir werfen einen Blick in das Shemanovsky-Museum, dass sich der Region Jamal und den Nenzen widmet. Sein archäologischer Fundus ist einzigartig und das bekannteste Ausstellungsstück ist das Babymammut Lyuba. (-/M/A)

Ü: Hotel

Tag 3: Auf ins Lager der Rentiernomaden

Die Nenzen leben in kleinen Familienverbänden in ihren Rentierhautzelten (Chums). Ein bis drei dieser Tipis bilden eine Einheit und die Herde, die von den Männern der Familien versorgt werden, kann bis zu 300 Rentiere umfassen. Nach einer ausführlichen Vorbereitung durch unseren Reiseleiter (Check der Ausrüstung und Hinweise zum Verhalten bei den Nenzen) geht es zunächst mit dem Kleinbus auf der einzigen Fernstraße gen Südosten. Wenn es die Wetterlage zulässt, werden wir schon bald am zuvor vereinbarten Treffpunkt von den Nenzen mit ihren von Schneemobilen gezogenen Schlitten erwartet. Etwa 3-4 Personen finden jeweils auf einem der mit Fellen gut gepolsterten Holzschlitten Platz. Gut eingehüllt in warme Kleidung geht die Fahrt zum Nenzenlager. Am besten fährt es sich auf zugefrorenen Flüssen, oft jedoch geht es einfach querfeldein. Je nach Zustand des Geländes und der Entfernung des Lagerplatzes dauert die Fahrt zwischen 4 und 7 Stunden (ca. 150 km). Bei schwierigen Wetterverhältnissen bringt uns das robuste Geländefahrzeug, ein Trekol zum Lager der Nenzen. Wir werden von unserer Nenzenfamilie herzlich in Empfang genommen. Mitten in der stillen, weißen Weite sind wir nun für die nächsten 4 Tage bei ihnen zu Gast. Übernachtung im Chum (Rentierhautzelt) zusammen mit einer Nenzen-Familie. (F/M/A)

Ü: Chum

Tag 4: Der Alltag am „Rande der Welt“

Alles was die Nenzen zum Leben brauchen, liefert ihnen die Umgebung – Trinkwasser, Nahrung und Brennstoff. Somit leben sie noch immer völlig autark und lassen sich auch durch 500 Jahre Zivilisierung (bisher noch) nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Dabei verwehren sie sich nicht komplett der Moderne: So übernahmen die Nenzen den Ofen statt einer offenen Feuerstelle im Zelt von den Geologen und nutzen heutzutage ebenso Generatoren, Satellitenschüssel und Mobiltelefon. Doch trotz dieser "Annehmlichkeiten" gilt noch immer: Für ein Leben unter den Bedingungen wie hier im Norden Sibiriens braucht es Mut, körperliche und mentale Stärke, Weisheit, Geduld, Brüderlichkeit und die Bereitschaft, zu teilen. Werte, die in unserer westlichen Gesellschaft vom Aussterben bedroht sind. Hier wäre ein Fortbestehen ohne sie nicht möglich. Wir versuchen, uns in den Rhythmus der Nenzen einzufühlen und einige ihrer Überlebenstechniken kennenzulernen. Übernachtung im Chum (Rentierhautzelt) zusammen mit einer Nenzen-Familie. (F/M/A)

Ü: Chum

Tag 5: Die Nenzen und ihre Rentiere

Die Männer sorgen sich um die Rentiere und halten die Ausrüstung wie Schlitten und Werkzeuge in Ordnung. An einem der Tage im Nenzenlager werden wir zusammen mit den Männern mit den Schlitten zu den Rentieren fahren, die sich einige Kilometer vom Lager entfernt aufhalten. Wir beobachten, wie diese mit dem Lasso eingefangen werden, die Jungtiere zusätzlich mit Futter versorgt oder die Tiere zum Training vor die Schlitten gespannt werden.
Die Frauen sind für die Wohnstätte verantwortlich. Es braucht viel Zeit und Geduld, um aus den Rentierhäuten Zeltwände herzustellen, die später vor Wind und Wetter schützen sollen. Auch für die Kleidung wird noch immer Rentierfell genutzt. Wer will, probiert selbst einmal, wie es sich anfühlt, in solch einem „Gewand“ der sibirischen Kälte zu begegnen. Übernachtung im Chum (Rentierhautzelt) zusammen mit einer Nenzen-Familie. (F/M/A)

Ü: Chum

Tag 6: Die Magie der alltäglichen Dinge

Holzstangen für Tipis anfertigen, Schlitten reparieren, Holz sammeln, Eisblöcke für Trinkwasser brechen, Tee zubereiten, Kochen, Faden aus Rentiersehnen herstellen, Kleidung nähen – all dies sind äußerst wichtige Aufgaben bei den Nenzen. Ob wir lieber nur Beobachten oder sich aktiv beteiligen – es ist auf jeden Fall eine Lektion zum Thema Achtsamkeit und Entschleunigung. Wer lieber die unglaubliche Schönheit der winterlichen Tundra genießen möchte, hat je nach Wetterlage die Möglichkeit, zusammen mit dem Reiseleiter eine Schneeschuhtour zu gehen (max. 2-8 km, Ausleihen möglich. Bitte geben Sie uns bereits bei Buchung Bescheid, zahlbar vor Ort). Übernachtung im Chum (Rentierhautzelt) zusammen mit einer Nenzen-Familie. (F/M/A)

Ü: Chum

Tag 7: Zurück zu den „Stadtmenschen“

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mit der Nenzen-Familie heißt es Abschied nehmen von den Nenzen und ihren Tieren. Wir genießen noch einmal die fast meditative Fahrt mit dem Schlitten durch die weiße und funkelnde Winterlandschaft bis zurück zur Straße, wo uns der Kleinbus bereits erwartet. (Bei schwierigen Wetterverhältnissen kommt wieder das Geländefahrzeug zum Einsatz). Zurück in der Stadt Salekhard genießen wir im Hotel erst einmal wieder die Annehmlichkeiten einer festen Unterkunft. Wer Lust hat, testet die öffentliche Banja (Sauna) nur wenige Minuten vom Hotel entfernt (optional). Gerade nach den Tagen draußen in der Tundra ist dies eine Wohltat für den Körper. Übernachtung im Hotel (F/M/-)

Ü: Hotel

Tag 8: Das Fest der Rentierhirten

Jedes Jahr etwa um diese Zeit zelebrieren die Nenzen den Tag der Rentierhirten jeweils an unterschiedlichen Samstagen in Salekhard oder Aksarka. Ende März sind die dunkelsten und kältesten Monate des sibirischen Winters überstanden und die Zeit der großen Wanderung gen Norden steht wieder bevor. Menschen, Tiere und Schlitten werden farbenfroh geschmückt und die Männer veranstalten traditionelle Wettkämpfe wie Rentierschlittenrennen oder Lassowerfen. Die Frauen präsentieren stolz die selbst genähte festliche Rentierkleidung und das schönste Gewand wird am Ende des Tages mit einem Preis bedacht. Es wird gemeinsam gesungen und gegessen. Doch dieses Fest hat für die Nenzen eine noch viel größere Bedeutung – Familien und Freunde sehen sich nach einem Jahr endlich wieder und freuen sich auf den Austausch. In den zahlreichen Chums bewirten uns die Nenzenfrauen noch einmal mit schmackhafter Rentierbouillon, gefrorenem Fisch oder süßen Leckereien. Am Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Abschiedsessen noch einmal das Erlebte Revue passieren. Übernachtung im Hotel. (F/M/A)

Ü: Hotel

Tag 9: Letzte Besichtigungen in Salekhard / Flug nach Moskau

Viel haben Sie inzwischen über das Leben der Nenzen erfahren. Bei einer Führung durch das Freilichtmuseum von Gorno-Knyazhevsk gibt es noch einmal die Gelegenheit, letzte Fragen zu stellen. Mit viel Liebe werden hier die Chums der Nenzen und die Wohnhäuser der Chanten, der zweiten wichtigen indigenen Volksgruppe der Region Jamal, präsentiert und gepflegt sowie dem interessierten Besucher die alten Traditionen vermittelt. Welch wichtige Rolle Salekhard im 19. Jahrhundert als Handelszentrum für Tierpelze spielte, erfahren Sie im Museum Terentyev's Manor. Dieses befindet sich in dem ehemaligen Wohnhaus des wohlhabendsten und berühmtesten Kaufmanns der Stadt und hält so manche Überraschung parat.
Auf dem Weg zum Flughafen fahren wir einen kleinen Umweg bis an die Ufer des mächtigen Stromes Ob. Im Winter führen Straßen flankiert mit Verkehrsschildern über das meterdicke Eis – die einzige Zeit im Jahr, wo die beiden Städte Salekhard und das gegenüberliegende Labytnangi mit dem Fahrzeug erreichbar sind.  Im Anschluss werden wir zum Flughafen gebracht und fliegen nach Moskau. Abholung am Flughafen in Moskau und Transfer ins Hotel. Übernachtung im Hotel. (F/Snack/-)

Ü: Hotel

© flickr.com/ Pavel Kazachkov

Tage 10: Rückflug in die Heimat oder Verlängerung in Moskau

Abholung am Hotel und Transfer zum Flughafen. Rückflug. Optional: Wenn Sie schon mal da sind, nutzen Sie doch die Gelegenheit und verbringen Sie noch einige Tage in der quirligen Hauptstadt Russlands. (F/-/-)

Ü: -

Unterkunft:

Wir nächtigen in verschiedenen Unterkünften, vier Nächte werden wir sogar bei unseren Gastfamilien im Chum verbringen. In den Städten verbringen wir die Nächte im ***Hotel (Landesstandard) im DZ mit DU/WC;.

Fitness:

Die meisten Orte sind einfach zu erreichen, trotzdem ist eine gewisse Grundkondition und Wandererfahrung notwendig, da auch eine ganztägige Wanderung im Programm vorgesehen ist.

Verpflegung:

8x Frühstück, 8x Mittagessen (1x als Snack), 6x Abendessen

Wetter:

Zugegeben, den meisten Mitteleuropäern flößen Temperaturen um die -30 °C ordentlich Respekt ein. Doch mit der richtigen Kleidung ist die trockene Kälte recht gut auszuhalten und wir genießen die schönen Seiten des sibirischen Winters. Zudem sind die Nenzen stets in Sorge, ob uns warm genug ist und werden uns, wenn nötig mit traditionellen Kleidungsstücken (z.B.: dicken, extrem winddichten Rentierfellmänteln oder auch Rentierfellstiefeln) für die Schlittenfahrten ausstatten. Das Chum wird von morgens bis abends beheizt und dank des ausgeklügelten Abzugs ist immer gute Luft.

Transport:

Kleinbus, Trekol, Motorschlitten, Rentierschlitten

Leistungen

Inkludierte Leistungen:

  • Flug ab/an Berlin über Moskau nach Salekhard inkl. Tax (andere Abflughäfen ggf. gegen Aufpreis möglich)
  • Flughafentransfers in Salekhard und Moskau
  • Transfers in der Stadt mit privatem Kleinbus, während der Tage mit den Nenzen offener Holzschlitten oder rustikaler Geländewagen (Trekol) je nach Witterung
  • 4 Übernachtungen im 3-Sterne-Hotel (Landesstandard) im DZ mit DU/WC; 4 Ü im Chum mit der Familie (pro Zelt max. 15 Pers.), einfache Waschgelegenheit und mit Außentoilette (Toilettenzelt)
  • 8x Frühstück, 8x Mittagessen (1x als Snack), 6x Abendessen
  • Zeremonie und Urkunde zur Überquerung des nördlichen Polarkreises
  • Besichtigungen in Salekhard: Freilichtmuseum Obdorsky Ostrog, Shermanovsky-Museum, Freilichtmuseum Gorno-Knyazhevsk, Terentyev's Manor
  • Einladung und Visa-Registrierung
  • Örtlicher, deutsch sprechender Reiseleiter (oder russischer Reiseleiter und Dolmetscher)

Nicht inkludierte Leistungen:

  • Versicherungen (Krankheit, Storno, Reise)
  • Persönliche Ausgaben (Souvenirs etc.)
  • Alkoholische Getränke
  • Russisches Visum

Veranstalter

schulz aktiv reisen
Bautzner Str. 39
01099 Dresden
Deutschland

Termine & Preise

Termine 2020

21. März - 30. März 2020 (1 Restplatz)
28. März - 6. April 2020 (ausgebucht)

Termine 2021

20. März - 29. März 2020
27. März - 5. April 2020

Preis 2020:

EUR 3.940,- ab Berlin

Preis 2021:

ab 3.940,- ab Berlin (die endgültigen Preise werden spätestens Ende März 2020 bekanntgegeben)

Teilnehmerzahl:

4-8 Teilnehmer

Anfrage



Bitte rechnen Sie 3 plus 8.